Hemmungslos (WiSe 2020/21)

Das komplette Programm findest Du hier. Ankündigungstext aus dem Flyer: Als wir am 28. Januar dieses Jahres den südkoreanischen Film Burning als Abschluss unserer Reihe „AusZeit“ zeigten, konnten wir noch nicht die Ironie vorhersehen, dass es bald tatsächlich notgedrungen zu einer solchen kommen würde. Unsere Pläne für das Sommersemester wurden von der Pandemie und den coronabedingten Kinoschließungen durchkreuzt. Bei einem ersten Planungstreffen im August für unser neues Programm tauchte als Ansatzpunkt die Frage auf: Was vermissen wir in der Coronakrise? Gerade unser Sozialleben ist davon betroffen. Andere Studierende wie selbstverständlich an der Uni treffen, fremde Orte erkunden, ausgehen oder eine Party besuchen – unmöglich oder zumindest schwierig. Nicht zuletzt das Kino selbst ist schwer getroffen: Die Verleiher trauen sich nicht, die teuren Blockbusters in die Kinos zu bringen, und ein erneuter Lockdown hängt auch jetzt noch als Damoklesschwert über allem. Daraus kristallisierte sich die Frage: Was kann das Kino in einer solchen Situation leisten? Hierauf gab es sehr unterschiedliche Antworten, weshalb unser Programm die verschiedensten Filme beinhaltet. Gemeinsam antworten sie aber auf die Defizite, die die Einschränkungen von Sozialleben und körperlicher Nähe erzeugen, mit einem Übermaß: die Filme sind hemmungslos und gehen in die Vollen: thematisch, ästhetisch, stilistisch. Sie provozieren Affekte, wollen die Zuschauenden mit allen Sinnen ansprechen, starke Gefühle und Körperreaktionen auslösen. Nicht zuletzt besteht unser Programm zu großen Teilen aus Horrorfilmen, Musicals und Melodramen – Genres, die nicht viel gemein zu haben scheinen und auf die allenthalben herablassend geblickt wird. Und doch bilden sie die sogenannten „Körpergenres“, die den Urgründen menschlicher Gefühle nachspüren: Lachen, Schreien, Mitsingen, Entsetzen oder Weinen im Kinosaal – eine so gemeinschaftliche und intensive Konfrontation kann nur das Kino bieten. Wir wollen ein Kino der Nähe und des Reizes, das die Zuschauer aus Isolation und Monotonie herausholt! Wir hoffen, dass wir das Programm tatsächlich realisieren können – versprechen können wir nichts: Deshalb ist es wichtig, dass ihr euch jenseits des Flyers tagesaktuell informiert, ob es bei den Terminen geblieben ist: online auf unserer Website, auf unseren Facebook- und Instagram-Kanälen oder direkt beim Pollux. Die Filme: Mi, 04.11., 20:30 Uhr, Pollux: Texas Chainsaw Massacre 2 (OV/35mm) Mi, 11.11., 20:30 Uhr, Pollux: Pink Flamingos (OmU/ 35mm) Mi, 18.11., 20:00 Uhr, Pollux: Was geschah wirklich mit Baby Jane? (OmU/ 35mm) Mi, 25.11., 20:30 Uhr, Pollux: Teror in der Oper (OmU/DCP) Mi, 02.12., 20:30 Uhr, Pollux: Es ist schwer, ein Gott zu sein (OmU/ DCP) Mi, 09.12., 20:30 Uhr, Pollux: Das Phantom im Paradies (OV/DCP) Mi, 16.12., 20:30 Uhr, Pollux: Die Regenschirme von Cherbourg (OmU/ 35mm) Mo, 21.12., 20:30 Uhr, Pollux: Sonnenaufgang – Ein Lied von zwei Menschen (OV/ 35mm) Mi, 06.01., 20:30 Uhr, Pollux: Blondinen bevorzugt (OV/ 35mm) Mi, 13.01., 20:30 Uhr, Pollux: Bahnhofskino Deluxe (DF/ 35mm) Mi, 20.01., 20:30 Uhr, Pollux: Unsichtbares Kino (OmU/ 35mm) Mi, 27.01., 20:30 Uhr, Pollux: Der Kongreß tanzt (OV/ 35mm) Mo, 01.02., 20:30 Uhr, Pollux: Der Nachtportier (DF/ 35mm) Mi, 03.02., 20:30 Uhr, Pollux: Gewalt und Leidenschaft (DF/ 35mm) Mi, 10.02., 20:30 Uhr, Pollux: Duell in der Sonne (DF/ 35mm) Übersicht: Hier geht’s zur Pollux Übersicht. Ein Programm mit der Unterstützung von: